Sabine Mänken, 1964, Diplomvolkswirtin

 

Eigentlich habe ich mich schon immer für die Fragen der Seele interessiert.

Und für die kosmischen Gesetzmäßigkeiten.

Als Kind fühlte ich meinen Körper als Wohnort meiner Seele, was mich damals traurig machte, weil es mir doch sehr eng erschien...  deshalb wohl flog ich innerlich mit, als ich meinen kleinen Wellensittich aus dem Käfig befreite. Ich liebte die Blumen und die Gerüche des Waldes und der Mond war mir oft näher als mein Zuhause. Wenn ich sehr traurig war, schrieb ich auch Briefe an "den lieben Gott". Denn es war klar für mich, dass es ihn gibt. Als hochsensibles Mädchen in der emotionslosen Starre eines traumatisierten Deutschlands aufzuwachsen, war wirklich nicht leicht. Aber es war eben auch Zeitenschicksal. Immer waren mir die unaufgelösten Gefühle meiner Eltern präsent, doch ohne ihr Bewusstsein wurde ich zum ungeliebten Spiegel. Dann kam die Zeit des Heranwachsens und mein Herz schlug für die philosophischen Fragen des Lebens. Heute kann ich klar erinnern, warum ich Volkswirtschaft und Politik studieren wollte. Es war die Zeit des Kalten Krieges und das Nicht-Nebeneinander sondern Gegeneinander von Kapitalismus und Sozialismus beunruhigte mich sehr. Ist doch die Wirtschaft Ausdruck der Umgehensweise eines Staates mit den Bedürfnissen der Menschen und nicht zu missbrauchen für hegemoniale Absichten. Ich wollte lernen, wie Frieden sein kann. Doch ich wurde enttäuscht von einem egozentrischen Menschenbild der Ökonomie, auf dem die gesamte volkswirtschaftliche Theorie aufbaut. 

 

ausgebildet in Energie- und Zentrierungsarbeit

Meinen spirituellen Weg eröffneten die Bücher von Thorwald Dethlefsen „Schicksal als Chance“ und Rüdiger Dahlke „Krankheit als Weg“ und die Begegnung mit der Anthroposophie. In allem fühlte ich leuchtende Wahrheit. Und als ich das erste Mal die „U-Kurve“ (das Urbild der Menschheits- und Seelenentwicklung) erblickte, wusste ich, dass ich angekommen war. Trotzdem dauerte es noch Jahre bis mir mein Leben den Raum eröffnete, die Ausbildung für die Biographieberatung zu machen. Entwicklung geht langsam. Davor gab es noch viel zu lernen auf dem Weg zu mir selbst. Wichtig waren vor allem meine hellsichtigen spirituellen Lehrerinnen Ursa Paul, deren Weisheit mich über viele Jahre begleitete und Rebecca Rosing, deren Zentrierungsansatz ich heute noch schätze. Und natürlich die vielen Menschen, die ich mal laut, mal leise liebte, da lieben mir lange wie ein Dornenkranz ohne Rosen erschien...

 

Mutter von drei Kindern

Die wesentliche Ausbildung in meinem Leben habe ich durch die lichtvollen Seelen meiner Kinder erfahren. In ihrer bedingungslosen Liebe wurde die Frage, wie begleitet man Menschen zu ihrem Wesen eine wahre Herzensangelegenheit. „Ich werde am Du. ICH werdend spreche ich DU“ (Martin Buber) spiegelt das Ringen um sich selbst, das erst im Anderen sich erkennt. In meinem Muttersein wurde ich ausgebildet, um Menschen begleiten zu können. Ich lernte, was es heißt, da zu sein. Dass wir heute Mütterlichkeitserfahrungen - ob als Frau oder Mann - so geringschätzen, spiegelt die Unbewusstheit einer Gesellschaft, die die innerseelische Entwicklung als voraussetzung für den Frieden noch nicht erkannt hat. Kinder kommen aus der Zukunft. Sie fordern unsere Präsenz.

 

freischaffende Künstlerin

Die Schöpferkraft unserer Seele habe ich lange Zeit plastisch und malerisch nachvollzogen. Die Zeit in Hamburg an der anthroposophischen Kunstschule und in Alanus gehören zu den Sternstunden meines Lebens. Ich liebe Farben und im Eintauchen in die Aquarellmalerei vergaß und heilte ich mich selbst.

 

zertifizierte Biographieberaterin für anthroposophische Biographiearbeit und freie Autorin

In meiner Ausbildung zur Biographiearbeit lernte ich dann endlich die Matrix kennen. In den unvergesslichen Vorträgen meines Lehrers Karl-Heinz Finke leuchtete sie gerade zu aus ihm heraus. Das Geheimnis des Urbildes unserer Entwicklung hat mich seit dem nicht mehr losgelassen. Seit 2010 durfte ich vielen Menschen damit die inneren Zusammenhänge und die spirituelle Ausrichtung ihres Lebens nahe bringen. Manches davon habe ich in Artikeln veröffentlicht. Als ich an meinem 50. Geburtstag nach Chartres reiste, erhielt ich im Labyrinth meine erste Rosenkreuzer-Einweihung. Immer wieder und vor allem durch die Herzöffnungsarbeit meines heutigen Lehrers Thomas Young hat mir die geistige Welt den Weg gewiesen und Fragen beantwortet. „Meine Seele und die Welt sind eines nur“, schreibt Rudolf Steiner, dessen Worten ich soviel zu verdanken habe. In dieser Fülle des Seins wachse ich jeden Tag.